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4. Juni 2005
DER TAG!!!
Vor 10 Jahren, am 4. Juni 1995, sah ich meine jetzt zwar schon rechtlich aber noch nicht kirchlich Angetraute das erste Mal. Es war auf einem Bowlingturnier in Nürnberg. Aber das ist eine andere Geschichte.
Heute 10 Jahre später, ist es soweit - wir werden uns das JA-WORT in der evangelischen Christus-Kirche geben.
Aber schön der Reihe nach.
Nach dem Frühstück - gemeinsam mit Carolas Eltern - fuhren wir den Brautstrauß und den Blumenschmuck fürs Auto holen. Anschliessend brachte ich Carola zur Karin. Es ist ja bei uns so Brauch, daß der Bräutigam seine Braut erst vor dem Altar in ihrem Kleid sieht und an diesen Brauch wollten wir festhalten.
Bei Karin gab es ein paar Gläschen Posecco und die Frisur wurde gesteckt. Ich war in unserer Wohnung und gegen 13:30 begann ich mich in Schale zu werfen. Das komische Gefühl in der Magengegend wurde immer mehr. Auf dem Weg zur Kirche war es ganz schön kribbelig .
Vor der Kirche angekommen, war dann aber keine Zeit mehr, an das Kribbeln zu denken. Familie und Freunde waren schon eingetroffen. Der Blick zum Himmel verhiess nichts Gutes. Die Wolken wurden immer dichter und dunkler. Es soll ja Glück bringen, wenn es am Hochzeitstag regnet - muß aber nicht unbedingt dann sein, wenn wir die Kirche betreten oder verlassen.
Der Zeiger der Uhr bewegte sich immer mehr gegen 15 Uhr. Nachdem das Auto mit Carola auch schon eingetroffen war, konnten wir uns unsere Positionen für den Einzug einnehmen. Ich ging mit meiner Tochter voran in die Kirche - hinter mir folgten dann die Familie, unsere Freunde und Bekannten.
Vor Carola und ihrem Dad - kam Lisa unsere Enkeltochter und streute Blumenblätter.
Endlich kam für mich auch der Augenblick - ich durfte mein Mädchen in ihrem wunderschönen Brautkleid endlich ansehen. Sie stand neben mir - ein Blick in ihre Augen und dann auf “DAS Kleid”. Für mich war es wie im Märchen. Meine Frau hatte ein wunderschönes besticktes Kleid mit einer langen Schleppe. So So hab ich es mir immer vorgestellt.
Die Trauzeremonie wurde von “unserem” Pfarrerehepaar Grete und Werner FRANK gehalten. Es war sehr persönlich, da wir uns ja schon “ewig” kennen.
Hippo aus dem USA-Stammtisch beschrieb es so:
Ich versorgte mich rasch noch mit einem Taschentuch (daß ich das ausgerechnet heute einzustecken vergaß!) und das war auch gut so… snief, es war ja soooo schööön… schon alleine Mike war der schmuckeste Bräutigam, den ich je gesehen habe (naja, soo viele hab ich noch nicht…) und dann erst Caro! Ein Traum in Crème! Mit kilometerlanger Spitzen-Schleppe… und überhaupt.
Mikes Enkelin als Blumenmädel wollte ihre Rosenblätter nicht so recht hergeben, aber sonst war alles perfekt.

Auch die Sopranistin, die mit 2 Gospels und "Nun nimm denn meine Hände…" die musikalische Untermalung bot war zum weinen schön (jaja, ich bin nahe am Wasser gebaut…)
 Die persönlich gestaltete Predigt des Pfarrer-Ehepaares drehte sich ganz um das Thema "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei" und gipfelte im wundervollen "Hohelied der Liebe", dem ersten Korintherbrief von Paulus:
1. Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich ein dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2. Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüßte / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts. 3. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts. 4. Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf. 5. Sie handelt nicht ungehörig, / sucht nicht ihren Vorteil, / läßt sich nicht zum Zorn reizen, / trägt das Böse nicht nach. 6. Sie freut sich nicht über das Unrecht, / sondern freut sich an der Wahrheit. 7. Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand. 8. Die Liebe hört niemals auf. / Prophetisches Reden hat ein Ende, / Zungenrede verstummt, / Erkenntnis vergeht. 9. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden; 10. wenn aber das Vollendete kommt, / vergeht alles Stückwerk. 11. Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. / Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war. 12. Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. / Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
Danke Hippo für Deine lieben Worte.
Als wir die Kirche verließen, wurden die Wolken immer dunkler, jedoch hatten wir das Glück noch schnell alle Fotos schießen zu können bevor, es zu regnen begann.
Durch den drohenden Wolkenbruch, sind uns leider einige Kirchengäste zu früh geflüchtet, so dass auf diesem Foto nur ca. 2/3 der Gratulanten zu sehen sind.
Bevor der liebe Gott seine Tränen darüber verlor, dass eines seiner Kinder nun unter der Haube war, haben wir unser Auto erreicht. Beim Fotografen hat man schon mit riesigem Schirm auf uns gewartet. Nach schwerer Studioarbeit kutschierte uns Gerhard endlich zur großen Sause.
hier geht’s weiter zum Fotografen...
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